Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften unterzeichnen „Schöneberger Erklärung für Vielfalt und Respekt“ im Rathaus

Bezirk

Die Vertreterinnen und Vertreter der beteiligten Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften und des LSVD Berlin Brandenburg sowie Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler präsentieren die „Schöneberger Erklärung für Vielfalt und Respekt“

Die Vertreterinnen und Vertreter der beteiligten Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften und des LSVD Berlin Brandenburg sowie Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler präsentieren die „Schöneberger Erklärung für Vielfalt und Respekt“
 
 
Pressemitteilung Nr. 351 der Pressestelle Tempelhof-Schöneberg vom 26.07.2016
 

Auf Initiative des Lesben- und Schwulenverbandes Berlin-Brandenburg fand gestern im Goldenen Saal des Rathauses Schöneberg ein Runder Tisch von Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften zu den Themen Homosexualität und Transgeschlechtlichkeit statt. Die Schirmherrschaft für die Veranstaltung im historischen Goldenen Saal des Schöneberger Rathauses hatte die Bezirksbürgermeisterin von Tempelhof-Schöneberg, Angelika Schöttler, übernommen.

Es nahmen Vertreterinnen und Vertreter der Alt-Katholischen Kirche Berlin, der baptisten.schöneberg, der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, des Humanistischen Verbandes Berlin-Brandenburg, des Jüdischen Forums für Demokratie und gegen Antisemitismus, des Liberal-Islamischen Bundes sowie des Rogate Klosters Sankt Michael zu Berlin teil. Prominenter Gast des vertraulichen Austausches war der Imam Ludovic-Mohamed Zahed aus Frankreich.

Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler bezeichnete den offenen Gedankenaustausch als ersten wichtigen Schritt, um die Akzeptanz von homosexuellen und transgeschlechtlichen Menschen in allen Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften zu fördern. „Ziel müsse es sein weitere Glaubens- und Religionsgemeinschaften zur Unterzeichnung der „Schöneberger Erklärung für Vielfalt und Respekt“ zu bewegen, damit am Ende alle Menschen Lesben, Schwulen und transgeschlechtlichen Personen mit Respekt und Wertschätzung begegnen.“ so Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler.

Bei dem Runden Tisch verständigte man sich unter anderem auf eine gemeinsame „Schöneberger Erklärung für Vielfalt und Respekt“ mit folgendem Wortlaut:

„Die am Runden Tisch beteiligten Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften sind sich darin einig, dass niemand aufgrund seiner sexuellen oder geschlechtlichen Identität benachteiligt und diskriminiert werden darf. Homosexualität und Transgeschlechtlichkeit sind weder sündhaft noch krankhaft. Wir begrüßen die Vielfalt des Lebens. Keine Weltanschauungs- und Religionsfreiheit kann es rechtfertigen, dass Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgender Rechte abgesprochen werden. Und dennoch findet diese Instrumentalisierung weltweit statt, so auch in Deutschland und dessen Bundeshauptstadt Berlin.

Es kann nicht dem Selbstverständnis von Gläubigen und Mitgliedern von Weltanschauungsgemeinschaften entsprechen, sich über die Abgrenzung zu und die Ausgrenzung von homosexuellen und transgeschlechtlichen Menschen zu definieren. Die Würde des Menschen ist unantastbar. Jeder Mensch hat das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung und Partnerschaft. Kein Mensch darf dazu genötigt werden, sich zwischen seinem Glauben oder seiner Weltanschauung und seiner sexuellen oder geschlechtlichen Identität entscheiden zu müssen.

Wir appellieren gemeinsam in unserer Vielfalt und Unterschiedlichkeit an alle Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften, sich für nicht-heterosexuelle Menschen zu öffnen und sie gleichberechtigt in allen Bereichen des religiösen und weltanschaulichen Lebens teilhaben zu lassen. Auch als Arbeitgeber sind die jeweiligen Gemeinschaften und die ihnen zugehörigen Einrichtungen aufgerufen, Angestellte ohne jede Vorbehalte oder Auflagen hinsichtlich ihrer sexuellen und geschlechtlichen Identität gleichwertig zu behandeln und zu beschäftigen. Mit gleicher Offenheit ist auch Ehrenamtlichen zu begegnen.“

Infos unter: Büro der Bezirksbürgermeisterin, Tel. 90277 2301

 

 
 

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